Wir wissen alle von dem seltsamen Paar: an Orten wie Weimar/ Buchenwald, Dachau, Bad Elster gaben sich vor nicht einmal hundert Jahren Idylle und Faschismus ihr berüchtigtes Stelldichein, erhoben Anspruch auf Schönheit und versagten ihn anderen. Läßt es sich in Deutschland jetzt, im Osten vornehmlich wieder sehen? Öffentliche und zunächst nicht vehement widersprochene Thesen aus einem Wahlforum im Meißner Kommunalwahlkampf wie "Ausländer haben einen niedrigeren IQ als Deutsche." scheinen jedenfalls dafür zu sprechen, dass das Paar salonfähig wäre. So manch westdeutsches Wesen ist geneigt, es mit Fragen wie "was ist denn bei Euch da drüben los?" als "eindeutig ost" zu beheimaten. Der Schein trügt (ein Markenzeichen des Paares) - der Osten kann vielerorts einen Import verzeichnen: schön hatten´s schon die Gründer der AfD im schönen Königstein/ Taunus. Das dank "Kanal Schnellroda" maßgebliche Sprachrohr der AfD, Götz Kubitschek, stammt aus dem hübschen Ravensburg. Patriotische Parolen in einwandfreiem Schwäbisch stiegen beim Meißner Heimatschutz schon im November 2015 vom historischen Marktplatz des zauberhaften Städtchens wie in einem tüchtig geschürten Kessel auf bis zum Burgberg. Eine ganze Menge ursprünglich westdeutscher Menschen haben sich bald nach 1989 vorzugsweise an ganz besonders schönen Plätzchen im Osten eingerichtet wie am Dresdner Elbhang - und propagieren und wählen gerade dort tüchtig die AfD. Über die süße Krankheit Elbhang hat Alexa Hennings, 1961 in Dresden geboren, im August diesen Jahres ihr feinsinniges Feature Innenansichten einer Dresdner Spezies gemacht. Also tatschlich ein Wiedersehen mit dem perfiden Paar? Gott bewahre!