Staat und Kommunen kennen Bürger und Grundrechte, die Wirtschaft kennt Zielgruppen und Konsumenten, die Politik kennt Wähler, die Medizin kennt Patienten, Kunst und Kultur kennen Betrachter, Hörer, Besucher und Publikum – wir aber werden seit Beginn der Corona-Krise als Menschen adressiert. Globalisiert und systemübergreifend. Zoologisch behaftet mit dem menschlichen Makel, sich und andere infizieren, also gefährden zu können, aber vernunftbegabt.

Wie‘ appelliert‘ man an die Vernunft von makelhaften Menschen als gefährdeten Gefährdern?

In den Medien zum Beispiel so am 06.04.2020, 20:15 Uhr in dem ARD extra "Die Corona-Lage":

Herr Söder, wie wollen Sie die Menschen von einer App-Pflicht überzeugen, wenn demnächst schon so viele Einschränkungen wegfallen?

Die Menschen sind sich bewusst, dass es Einschränkungen und Begleitmaßnahmen braucht… Die Beschränkungen werden erst dann gelockert, wenn sich genug Menschen die Corona Tracking App heruntergeladen haben.

Indessen: „Wir brauchen unsere Freiheit nicht aufzugeben, um unsere Gesundheit zu bewahren. Dazu gibt es andere Mittel.“ schreibt Yuval Noah Harari in seinem Aufsatz „Die Welt nach der Corona-Krise“ am 23.03.2020 in der NZZ.

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